Cäsars Flotte hat die Bibliothek von Alexandria in Brand geschossen. Die Faschisten haben unter dem Grölen der Massen die Bücher verbrannt, deren Gedanken ihnen nicht in den Kram gepasst haben.
Bücher zu vernichten, ist nichts Neues. Die Art und Weise verändert sich. Ob man kriegerisch auftritt und zeigt dass man Fakten schafft oder ob man still, leise und nur von einigen bemerkt, Wissen und Gedanken auszurotten versucht, macht im Ende keinen Unterschied. Manchen Gedanken nachzuvollziehen, ist schon eine Herausforderung. Wenn es dann aber auch noch schwierig ist, an das Überlieferte heranzukommen, kann die Hürde zu groß sein.
Glücklicherweise leben wir in einer Zeit, in der alle Bücher eingescannt werden. Viele Bücher werden gar nicht mehr geschrieben. Sie existieren nur noch als elektronische Datei. Das gilt für Belletristik ebenso wie für wissenschaftliche Arbeiten. Dabei wissen wir doch alle, wie leicht es ist, eine Datei zu verändern oder zu löschen. Da reicht ein Mausklick, um tausende Bücher ins Datennirvana zu schicken.
Wenn Bücher gescannt sind und das physische Buch - es wird ja nicht mehr gebraucht - vernichtet wird, ist das dann nicht das Gleiche, was Feldherren, Diktatoren und Fanatiker getan haben? Hat ein handfestes Buch aus Papier nicht einen Wert über seinen Inhalt hinaus?